Der Kuss meiner Schwester

Als Teenager (keine Ahnung mehr wann genau, in der Zeit bis 20 habe ich Bücher praktisch gegessen), habe ich das Buch «Der Kuss meiner Schwester» von Jana Frey gelesen.

Mattis ist zum ersten Mal richtig verliebt. Tag und Nacht träumt er nur von Mieke. Und wenn Mieke ihn zufällig berührt, zittert er. Nichts wünscht er sich sehnlicher als Miekes Körper zu spüren. Als Mattis eines Abends heimlich einen Eintrag in Miekes Tagebuch liest, weiß er, dass auch Mieke sich in ihn verliebt hat. Aber diese Liebe darf nicht sein, denn Mieke und Mattis sind Zwillinge. (Klappentext)

Ich war total fasziniert von diesem Buch, dem Thema und konnte überhaupt nicht verstehen, dass sich Mattis & Mieke nicht einfach lieben und zusammen glücklich sein durften.

Seither ist mir dieses Thema immer mal wieder über den Weg gelaufen und meine Meinung davon hat sich nicht geändert. Ich selber kann es nicht nachvollziehen, dass man sich in seinen Vater, Mutter, Bruder oder Schwester verlieben kann. Aber sollte dies jemandem passiert, wie bei allem anderen auch freiwillig und gegenseitig, sehe ich kein Problem darin. Was bitte soll daran abartig sein? Viele ziehen zur Verdeutlichung einer Abartigkeit gerne die Tierwelt heran. Dazu fällt mir ein, dass ich schon bei allen mir bekannten Tierarten davon gehört habe, dass sich die Mutter respektive die Kinder nur zu Anfang bewusst sind, dass ein solches Verhältnis zwischen ihnen besteht. Spätestens wenn die Kinder flügge geworden sind und nach einer Weile der «Mutter» wieder begegnen ist von diesem Bewusstsein nichts mehr vorhanden und es kann gut sein, dass der «Sohn» der «Vater» des nächsten Wurfs der «Mutter» wird. Also wenn uns das Tierreich die «Richtigartigkeit» vorlebt wäre hieran nichts Verwerfliches. Oder? Mein Kredo früher war immer, einfach bitte keine Kinder zusammen zeugen, weil diese dann ja ein höheres Risiko an Krankheiten in sich bergen – sagt der Volksmund. Was ich an dieser Stelle nur unqualifiziert nachplappern kann. Ob es wirklich so ist müsste vielleicht ein Genetiker genauer darlegen.

Ich habe bei mir selber bemerkt, wie ich in letzter Zeit wieder vermehrt an erotischem Inhalt welchen dieses Thema zu Grunde liegt interessiert bin. Es fasziniert mich und gleichzeitig frage ich mich weshalb es mich fasziniert. Wie gesagt, ich bin mir immer noch vollkommen sicher, dass ich keinen Sex mit meinen näheren Verwandten möchte. Natürlich ist eine der Komponenten daran, dass es eben ein Tabu-Thema ist und daher auch mit einem gewissen Reiz am Verbotenen verbunden.

Mir vorzustellen mein Gegenüber wäre eng mit mir Verwandt kann ein spannendes Rollenspiel sein aber dies weicht in meiner Fantasie dann nicht weit ab von anderen Vorstellungen, er ist mein Lehrer, sie ist meine Chefin. Dies geht alles in den grauen Bereich des gesellschaftlich erlaubten, der Tabu-Themen und kann daher die ganze Erotik noch spannender gestalten.

Was sind eure Meinungen dazu? Habt ihr euch überhaupt schon Gedanken zu diesem Thema gemacht?

 

Interessanter Artikel (deutsch) “Das Inzest-Problem” von Hans Ulrich Gumbrecht, Professor für Literatur an der Stanford University, hier.

2 comments on “Der Kuss meiner SchwesterAdd yours →

  1. Spannendes Thema
    Ich erinnere mich immer noch zu genau wie ich meine Tante sehr anziehend empfand – insbesondere mich erwischte wenn ich sie beobachtet habe – das ist als Kind und Jugendlicher sicherlich auch belegbar in dem Umfang der ersten visuellen Reize und Erfahrungen – vorstellen konnte ich es mir später allerdings nie – aber reizvoll ist es bis heute geblieben.
    In meinen vielen Reisen – insbesondere in Australien. – habe ich mit den Aborigines solche Verhalten erzählt bekommen und dann auch die Auswirkungen m.E. sehen können….ich glaube nicht das es langfristig in der Verbreitung von Kindern durch Gleich-Gen-Artige Personen richtig oder sinnvoll ist, bin aber auch wie du hier kein Experte und muss mich da auch näher mit beschäftigen….auch wenn es keine Prio für mich haben wird, so denke ich an die Erfahrungen mit der hübschen Tante zurück 😉

    1. Herzlichen Dank für deinen ausführlichen Kommentar. Es freut mich zu lesen, dass auch andere mit diesen Gedanken spielen. Und die Inputs von den Aborigines sind spannend. Viele Naturvölker haben diverse Dinge/Verhalten in ihrer Kultur verankert und einen entspannteren Umgang damit als wir in unserer Gesellschaft.

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