Faszination Tabuthemen – Urin

Ich habe angefangen über den erotischen Aspekt von Urin (auch Natursekt) nachzudenken. Da wurde mir bewusst, dass sich eine volle Blase in der Vergangenheit zum Teil bereits positiv auf mein Lustempfinden ausgewirkt hat. Daraufhin habe ich mich neugierig ins Netz begeben um nachzuforschen, wie und warum andere Menschen den Natursekt in ihr Liebesspiel miteinbeziehen. Natürlich war es kein Problem zu diesem Thema fündig zu werden und ja, natürlich gab es da Videos von Menschen die sich gegenseitig bepisst haben. Ich kann akzeptieren, wenn dies anderen Menschen gefällt, mich selber hat dies nicht angesprochen.

Was ich aber sehr interessant fand waren die Diskussionen in einem BDSM Forum wo es um die Urinkontrolle ging. Dabei ist gemeint, das der_die Dom bestimmt wann der_die Sub auf die Toilette darf. Solche Art von Machtspielen und ausgeliefert sein sprechen mich an. Wenn ich mir nur schon vorstelle nicht einfach auf die Toilette zu dürfen sondern vorher jemanden um Erlaubnis bitten zu müssen komme ich mir im ersten Moment blöd vor. Aber wenn ich daran denke, dass ein leichter Blasendruck meine Libido ankurbeln kann ist ein Nein gar nicht so schlimm. Und wie werde ich mich erst erlöst fühlen wenn ich nach ein bis zwei Nein ein Ja erhalte? Dieses Spiel lässt sich beliebig ausbauen. Die_der Dom kann mir auch immer wieder zu trinken geben um den Vorgang zu beschleunigen oder wenn wir nicht zusammen sind vorgeben wann ich wie viel zu trinken habe. Es ist wie bei vielen solchen Spielereien ein Abgeben der Kontrolle über sich selber. Bei diesem Thema kann natürlich auch gut mit der Scham eines Menschen gespielt werden. Was sich für mich einerseits etwas erschreckend anhört aber andererseits, wenn ich mich damit einverstanden erklärt habe und meine Grenzen klar aufgezeigt, auch aufregend.

Im Forum habe ich von einem Dom gelesen welcher mit seiner Sub shoppen ging. Er hat ihr schon vor dem Verlassen des Hauses zu trinken gegeben und dann auch unterwegs immer wieder. Sie hat in während der Shopping-Tour zwei Mal um Erlaubnis gebeten sich zu erleichtern und er hat es ihr beide Male verweigert. Irgendwann war sie soweit, sie hielt es nicht mehr aus, was ihm sehr wohl bewusst war. Sie hat sich in aller Öffentlichkeit in die Hosen gemacht und dies war dann auch zu sehen. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob sie sich dann putzen gehen durfte oder so nach Hause musste. Was ich weiss ist, im ersten Moment war ich entsetzt über diese Story, danach aber auch bemerkte wie mich nur der Gedanke daran erregte. Selber könnte ich mir dies in aller Öffentlichkeit nie vorstellen. Aber für eine ähnliche Situation in einem geschützten Raum wäre ich allenfalls offen. Bei solchen sehr intimen Spielereien ist es ganz wichtig den richtigen Gegenüber zu haben und auch jederzeit abbrechen zu können, sollte es einem zu viel werden.

Durch einen Feldversuch mit einem meiner Chat-Partner habe ich auch herausgefunden, dass es Menschen gibt welche anderen gerne beim Wasserlöse zusehen, dies sie anmacht ohne dass sie direkt mit dem Urin spielen möchten. In einigen Gesprächen mit anderen habe ich dann ausgelotet, dass bewusst vor einander die Toilette oder auch etwas anderes (z.B. die Dusche) benutzen um sich zu erleichtern durchaus ein Vorspiel sein kann.

Für mich hat sich wieder einmal gezeigt, dass es sich lohnt allem offen entgegen zu gehen und sich ein eigenes Bild davon zu machen. Wichtig ist hier wie bei allem anderen auch, alle Beteiligten müssen es wollen und freiwillig mitmachen und es muss möglich sein etwas abzubrechen ohne sich Vorwürfe anhören zu müssen.

Vielleicht habe ich ja jemanden von euch neue Inputs geben können. Ich würde ich auch über Kommentare zu euren eigenen Erfahrungen oder Meinungen dazu freuen.

D.

1 comment on “Faszination Tabuthemen – UrinAdd yours →

  1. Schöne und gute Auseinandersetzung mit dem Thema der Spielweisen der Erotik….
    Bewahre dir das und schreibe mehr über erotische bzw physische/psychische Erregungen aller Arten

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